Mittwoch, 25. Mai 2011

Ich habe Angst.

Wovor? Vorm Leben.
Ich denke Manche, vielleicht sogar Viele, kennen den Moment im Leben an den man Angst hat einen Schritt zu gehen. Alles zu verlieren was man kennt, man den Kopf in den Sand stecken will und man ein Problem nicht anpacken möchte. Mein gesamtes Leben ist dieser Moment. Es gab schon soviele Gründe einzuschlafen und nie wieder aufzuwachen. Soviele Gründe die Schule zu schmeißen, soviele Gründe aufzugeben.
Ich denke in meinem letzten Post solltet ihr realisiert haben, dass ich einen großen Teil meiner jugendlichen Partyphase in einem Krankenbett gelegen habe. Damals lief das nach dem Prinzip "Nimms mit Humor". Viele haben mich bewundert wie tapfer ich bin, doch niemand hat gesehen wie ich aus Angst in meinem Bett zerknirscht auf den nächsten Tag gewartet habe. Ich habe mich nicht trösten lassen, ich wollte das alleine schaffen. 
Irgendwie, irgendwann kam der Tag an dem es wieder bergauf ging. Ich erholte mich, die Medikamente wurden weniger. Das Gefühl den Menschen in meiner Umgebung zur Last zu fallen größer. Ab da wollte ich es nicht für mich, sondern für die Personen, die mir nahe standen, überstehen. 
Die Minderwertigkeitskomplexe habe ich bis heute noch. Ich kann wieder selbstständig leben, doch bin ich nicht wie meine Altersgenossen. Sie können ihr Leben genießen, ich stehe neben dran und sehe kein Leben. Wer bin ich noch? Ich habe nicht für mich gekämpft. Ich habe mich über diese Zeit so verändert, mich in nichts verwandelt. Was hält mich noch? Das Ziel.
Wer kann mit (noch nicht klinisch festgestellten) Depressionen noch ein Ziel haben? Ich, ja ich. Das Ziel, meine Eltern, meine Freunde und ihn glücklich  zu machen. Ich bin für sie hier und für sie werde ich weiter machen. 
Ich gehe nicht für mich zur Schule, ich gehe zur Schule um meinen Kindern später etwas bieten zu können. Mein ganzes Leben gilt des Zweckes und nach diesem Prinzip mache ich weiter. Es ist mein Antrieb und vielleicht auch das Einzige, was mich am Leben hält. 



Haters gonna hate me.

3 Kommentare:

  1. Ich kenne das. Ich mache das auch durch. Ich habe sowas schon oft durchgemacht. Ich hoffe das es dir bald wieder besser geht.

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  2. ...mir kamen die tränen als ich das gelesen habe... ich hab dich schon immer bewundert... ich wünsche mir das du glücklich wirst, das es dir eines tages besser geht, das du menschen hast die immer für dich da sind und das du nicht aufgibst... und merk dir, auch wenn es manchmal nicht so scheint, bedeutest du und deine existenz anderen menschen mehr als du denkst!

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  3. Ich denke du bist am besten für andere da, wenn du immer mehr deine Person wirst. Die anderen lieben dich ja, weil sie dich schätzen und nicht deswegen, weil du "nur" für sie da bist. Auch wenn du im Augenblick deine Person selbst nicht erkennen magst, weil sie vielleicht ein wenig Orientierung verloren hat, so bin ich ganz sicher, dass du aus dieser Phase gestärkt hervorgehst. Bitte schaue zurück und du wirst feststellen, dass du schon sehr weit gekommen bist. Orientiere dich bitte nicht an dem, was du noch nicht geschafft hast, sondern eher an dem, was dir alles gelungen ist und setze deine Energie in diese Gedanken.

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